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1438
Die Pfarrkirche St. Paul, wird 1438 erstmals urkundlich erwähnt ("sand Puls chirchn ob Veddenderf am Berg"), jedoch mindestens aus dem 14. Jahrhundert stammend ist ein kleiner Bau mit gotischem, kreuzrippengewölbten Chor.

1524
Im Visitationsbericht scheint sie als Molzbichler Filiale mit Begräbnisrecht und Aufbewahrungsrecht für die heilige Eucharistie auf.

1615
Die Kirche besitzt 3 geweihte Altäre und einen Friedhof.

1677
Die Filiale wird als geweiht angeführt. Tabernakel und Baptisterium werden als feucht und ärmlich beschrieben. Der Molzbichler Kaplan ist für die seelsogerische Betreuung zuständig.

1688
Es gibt Streit zwischen dem Pfarrer von Molzbichl und dessen Kaplan um die Kollekte. Der in Molzbichl ansässige Kaplan muss jeden Sonntag in der eineinhalb Stunden entfernten Kirche in St. Paul die heilige Messe mit Predigt halten. Von der Sammlung der St. Pauler erhält er nichts, die steckt der Pfarrer ein.





Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wird St. Paul für 40 Jahre Missionsstation.
So bittet um 1776 der Missionar, ein neues Missionshaus an einer besseren
Stelle zu errichten, da durch den feuchten Untergrund schon der zweite
Boden im Haus zerstört wurde. Dieses Missionshaus muss ein Stück von
der Kirche entfernt gewesen sein, weil der Weg vom Haus zur Kirche durch
einen tiefen Graben führte und besonders im Winter beschwerlich war.


1777

Es wird empfohlen, für St. Paul einen Kaplan oder Benefiziaten zu stiften.

1781
St. Paul wird eine Lokalkaplanei.

1782
Die Kirche von St. Paul ob Ferndorf wird zur Kuratie erhoben und von Molzbichl getrennt. St. Jakob wird eine Filiale von St. Paul.

1784
Priester und Kurat bei der Kuratie St. Paul ist Ignaz Dreisch.

1785
St. Pankratius am Insberg wird von der Pfarre Millstatt gelöst und kommt zur Kuratie St. Paul.

1792
Nachdem es gelungen ist, für die Kuratie die notwendigen Paramente aufzutreiben, wird das Konsistorium ersucht, dem Kuraten von St. Paul den Seelsorgebeginn mit 1. Jänner 1793 in voller Unabhängigkeit zu übertragen (Taufe und Eheschließung führte bisher der Pfarrer von Molzbichl durch).

1809
(Franzosenzeit) "Bei der Kuratialkirche St. Paul und bei der Filialkirche
St. Jakob ist kein auch auf den äußerst beschränkten Fall entbehrliches
Silbergerät vorfindig. Dies wird mit priesterlicher Treue des
Unterzeichneten bestätigt." St. Paul war immer schon eine arme Kirche.

1810
Die Seelenanzahl wird wie folgt angegeben:
368 Katholiken und 115 Protestanten = 483 Seelen

1821
Das Kirchweihfest wird am dritten Sonntag im Oktober gefeiert.
Der Seelsorger hält im Winter im Pfarrhof Unterricht, welcher von
20 Kindern besucht wird. Es gibt aber bestimmt noch mehr
schulpflichtige Kinder.

1828
Hier gibt es keine Kaufhäuser. Schule wird im Mesnergebäude gehalten.
In dieser Schule zählt man 37 schulfähige und 32 schulbesuchende Kinder.

1838
Seit etlichen Jahren besteht hier eine Schule. Der Zustand ist noch nicht
besonders gut; es gibt brave, talentierte Schüler.
Es handelt sich bei 52 schulfähigen um 42 schulbesuchende Kinder.

1858
Ab diesem Jahr wird St. Paul, nachdem es seit mehr als 70 Jahren Priester
hatte, von Fresach aus mitversorgt.

1866
Laut Visitationsprotokoll ist kein Taufbecken vorhanden.

1891 - Jänner 1909
St. Paul, bis jetzt noch Kuratie, ist Pfarre.

1891 - 1929
Bei diesem Zeitabschnitt handelt es sich um die Ereignisse in der von Fresach
aus mitprovidierten Pfarre St. Paul. Es ergeben sich dabei gewaltige
Veränderungen im Pfarrsprengel. So wird im Jahre 1906 Ferndorf und mit ihm
St. Paul eine eigene politische Gemeinde. Gleich 2 Jahre darauf bringt die
Errichtung der Verladestelle der ÖAMAG in Ferndorf im Jahre 1908 auch für die
Kirche neue Aufgaben. Schließlich bahnen sich mit der Erbauung des
Heraklithwerkes im Jahre 1923 für die Kirche zusätzliche Arbeiten auf dem
Gebiet der Seelsorge an. Menschen lassen sich in der Nähe ihres Arbeitsplatzes
nieder. St. Paul, damals noch ohne Strassenverbindung zu Ferndorf, ist zu
entlegen, um allfassend die Bewohner kirchlich zu betreuen. In dieser Zeit gibt
es in St. Paul, abwechselnd mit Fresach, jeden 2 Sonntag Gottesdienst.

Am 1. November 1929 kommt es zur Wiederbesetzung der Pfarre, nachdem bis dahin über einen Zeitraum von 70 Jahren die Mitversorgung von Fresach aus geschah.

1930
700 Seelen zählt die Pfarrgemeinde. Der Pfarrhof wird wohnlich gemacht.

1952
Im Bestreben um einen Kirchenneubau erwirbt die Pfarre um 475 Schilling einen Baugrund in Ferndorf (1938). Immer wieder ist die Abhaltung von Gottesdiensten in Ferndorf im Gespräch.

Das seinerzeit für den Kirchenbau gedachte Grundstück wird an die RAIKA Paternion veräußert. Dafür erwirbt die Pfarre in der Nähe der Villa Dr. Plank einen größeren Baugrund.

1967
Das Wohnen im alten Pfarrhof wird immer ungesünder und unzumutbarer. Nässe und Kälte machen den Bewohnern zu schaffen. Es wird ein Pfarrneubau in St. Paul begonnen.

1970
Weil das Bemühen um einen Kirchenneubau zu keinem Ergebnis führt, beginnt im Jahre 1970 eine gründliche Renovierung des alten, ehrwürdigen Gotteshauses.
In diesem Zusammenhang werden die Fresken um den Hochaltar freigelegt.

1974
Seit 1974 wird das Kirchweihfest ökumenisch als Feldmesse begangen.

1978
wird der neue Pfarrhof wohnbar gemacht und bezogen.
Die Restaurierungsarbeiten an der Kirche gehen auch 1980 weiter. Wiederaufgestellt werden die Seitenaltäre nachdem man vorher die Fresken übermalt hat.